Jahreskonzert am 7. Dezember 2013

Bericht vom Do. 12. Dezember 2013 in der Elztäler Wochenzeitung, Bericht Jens Brodacz


Neue Töne beim Jahreskonzert

Musikkapelle Oberwinden überzeugte mit abwechslungsreichem Programm

Einen „facettenreichen Abend“ hatte Kappellenvorstand Michael Moser den zahlreichen Gästen in seiner Begrüßung versprochen – und er hatte nicht zu viel versprochen. Birgit Dorer führte fachkundig durch ein buntes musikalisches Programm, bei dem auch Ehrungen anstanden.

„Musik ist die organisierte Form von Schallereignissen.“ Michael Moser hatte eigens den Duden bemüht, um der Frage nachzugehen, was Musik eigentlich sei; und mit organisierten Schallereignissen ging es auch gleich richtig los: Das kraftvolle „Where Eagles Soar“ war der ideale Einstieg in ein anspruchsvolles Programm, das die Musiker unter der Leitung von Benjamin Schultis bravourös meisterten. Jeweils kurz und informativ von Birgit Dorer anmoderiert, konnte sich das Publikum u.a. durch Highlights aus Operette („Die Lustige Witwe“) oder Musical wie dem Tanz der Vampire treiben lassen. Für Freunde traditioneller Blasmusik wurde mit dem „Marche Militaire“ von Franz Schubert und der „Steeephans Polka“ von Alexander Pfluger Vertrautes geboten. Anspruchsvoll und weit entfernt von ausgetretenen Pfaden nahm das Orchester nach der Pause den Faden wieder auf. „At World's End“ aus „Fluch der Karibik“ von Hans Zimmer verlangte den teils sehr jungen Musikern viel ab, jedoch niemals zu viel. Dass Blasmusik nicht alles ist, was die Musikkapelle Oberwinden zu bieten hat, zeigte sich im restlichen Programm des Abends. „Skinny Love“ von Justin Vernon und „Halleluja“ von Leonard Cohen wurden mit Gesangs und Violinenbegleitung interpretiert. Während bei Ersterem Svenja Rietschle Solo brillierte, bekam sie beim wohl bekanntesten Lied des kanadischen Songwriters Cohen starke Unterstützung von Leonie Bayer, Edgar Rietschle sowie dem jungen Violinisten Jakob Schultis. Am Applaus gemessen war dies sicherlich der Höhepunkt des Abends.

Experimentell wurde es dann bei „Dinosaurs“ von Daniel Bukvich. Bereits im Vorfeld des Konzerts wurde gesagt, dass es sehr viel Mut erfordere, ein solches Stück aufzuführen; immerhin kamen dabei ein Abflussrohr, halb gefüllte Wassergläser oder abgeschraubte Klarinettenmundstücke als Instrumente zum Einsatz. An der Reaktion des Publikums war jedoch erkennbar: Der Mut hatte sich gelohnt.

Mit den „Klezmer Classics“ von Johan de Meij fand das Konzert einen festlichen Abschluss. Die traditionelle Festtagsmusik aus dem jiddischen Sprachraum, mit ihrer Mischung aus orientalischen und westlichen Elementen, wurde mit Ralf Wolter am Akkordeon sehr authentischwiedergegeben.

Ehrungen

Vor großer Kulisse und in Anwesenheit des stellvertretenden Präsidenten des Oberbadischen Blasmusikverbandes, Paul Schmieder, konnten auch die anstehenden Ehrungen vorgenommen werden. Für 25 Jahre Vereinstreue erhielten Bettina Rietschle und Annette Meier die silberne Ehrennadel sowie die Ehrenmitgliedschaft. Für zehn Jahre wurden ausgezeichnet: Sandra Burger, Maximilian Faiß und Michael Moser, der bereits sechs seiner Mitgliedsjahre im Vorstand verbracht hat.

Mit besonderem Stolz konnten die Musiker ihren eigenen Nachwuchs ehren. Vier Leistungsabzeichen in Bronze und eines in Silber konnten an diesem Abend verliehen werden. Vorstand Michael Moser betonte: „Es ist nicht selbstverständlich, dass man heute Kinder und Jugendliche für Blasmusik begeistern kann.“ In Oberwinden scheint das zu gelingen. Benjamin Schultis und sein Orchester wurden vom Publikum gefeiert.

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