Doppelkonzertkonzert am 25.04.2015 mit dem Musikverein Buchholz

Bericht vom Sa. 2. Mai 2015 in der Badischen Zeitung, Bericht und Bilder Helmut Häringer


Zu zweit geht alles noch besser

Sehr gelungenes Doppelkonzert des Musikvereins Buchholz und der Musikkapelle Oberwinden vor nicht ausverkauftem Haus.    

Zu zweit geht alles noch besser, so auch beim Doppelkonzert des Musikvereins Buchholz und der Musikkapelle Oberwinden. Beide Vereine pflegen schon lange ihre musikalisch-freundschaftlichen Beziehungen. Jetzt war es an der Zeit für einen gemeinsamen Konzertabend. Die Besucher erlebten ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Konzert, am Schluss spielten beide Musikvereine gemeinsam das "Badenerlied".     

Der Musikverein Buchholz, leger, ganz in schwarz gekleidet, durfte als Gast den Konzertabend eröffnen. Dirigent Oliver Schätzle hatte dafür die Ouvertüre aus "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach ausgewählt. Grund für diese Wahl war, dass dieses Stück zur Gründungszeit des Musikvereins Buchholz, im Jahr 1868, ein großer Gassenhauer war. Die berühmten Can-Can-Tänzerinnen der Pariser Vergnügungswelt fehlten zwar beim Konzert in Oberwinden, aber die Beine der Tänzerinnen flogen in den Köpfen der Zuschauer. Dafür sorgten die Buchholzer Musiker, besonders durch ihre Flöten- und Klarinettensoli.

Mit "Pilatus – Mountains of Dragons" erzählen die Musiker eine alte Sage von einer Drachenjagd am Schweizer Berg Pilatus mit seinen charakteristischen Zacken. Anschleichen in Piano, ein harter Kampf im höchsten Fortissimo und ein Happy End für Mensch und Drache, all das setzten die Musikerinnen und Musiker aus Buchholz bestens um und ernteten viel Applaus vom Publikum.

Nach konzertanter Blasmusik kamen mit "Time for Bublé" leichtere Musik zu ihrem Recht, von Mambo bis Swing reichte das Michael Bublé-Arrangement des Freiburgers Peter Riese. Was inzwischen bei keinem Blasmusikkonzert fehlen darf, ist die Sparte Filmmusik. Mit der "Indiana Jones Selection" von John Williams ging es auf die Jagd nach der Vergangenheit, gegen Gauner, Wegelagerer und Nazis.

"Joe Cocker!", arrangiert von Wolfgang Wössner, ist ein Andenken an den 2014 verstorbenen Sänger. Er hatte schon in Woodstock gerockt, mit "With a little help from my friends" bis "Unchain my heart" begeisterte der Musikverein Buchholz die Hörnleberghalle. Als Zugabe wurde dann, wieder aus der Zeit um die Vereinsgründung stammend, der "Königgrätzer Marsch" von Gottfried Piefke aufgelegt. "Da die meisten Buchholzer Erdbeeren noch etwas grün sind", erhielten die Gastgeber aus Oberwinden einen ganzen Korb Buchholzer Wein als Dank für die Einladung.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete die Musikkapelle Oberwinden, dirigiert von Benjamin Schultis, mit "Highlights from Exodus" von Ernest Gold. Der Film "Exodus" hat die Gründung des Staates Israel zum Inhalt, daher durften die Musiker einmal orientalische Klänge auf ihren Instrumenten zaubern. Beim "Mitternachtsblues" von Franz Grothe beeindruckte Elias Bayer mit seinem gewaltigen Trompetensolo. Sehr amerikanisch, spritzig und flott, bestens vorgetragen, folgte dann "The Billboard March" von John N. Klohr. Dieser Marsch, den viele als typischen Marsch aus dem Zirkus kennen, wird auch gerne bei amerikanischen Paraden gespielt.

Ihr rhythmisches Talent konnten besonders die Perkussionisten in der letzten Orchesterreihe beim nächsten Stück ausleben: Mit "Holiday in Rio" kam Sambagefühl in der Oberwindener Halle auf, da hatten alle Mann an den Rhythmusinstrumenten, aber auch alle Bläser, allerhand zu tun. Nach so viel Temperament wurde es mit "Bryan Adams" von Wolfgang Wössner wieder sanfter und ruhiger. Die Musikkapelle präsentierte eine gelungene Mischung der besten Rocksongs und Balladen des kanadischen Superstars wie "The Best of me" oder "Please forgive me".

Die beiden Moderatorinnen der Musikkapelle, Janina Stenzel und Leonie Bayer, lieferten stets interessantes Hintergrundwissen zu den einzelnen Musikstücken. "Alte Märsche haben wir genug" hieß es, als sie eine besondere Version der "Alten Kameraden" ankündigten. Zunächst ganz wie das Original fing es an, dann wurde daraus ein Swing, um dann immer wieder einmal kurz ins Original zurück zu wechseln. Dieser "Alte Kameraden-Swing" von Carl Teike brachte neuen Wind in den Klassiker – "mer konn’s ohorche" meinte dazu ein älterer Blasmusikfreund.

Mit "Udo Jürgens live" bot die Musikkapelle Oberwinden einen Querschnitt durch das musikalische Schaffen des ebenfalls im vergangenen Jahr verstorbenen Österreichers. Mit "Merci, Cheri" über "17 Jahr, blondes Haar" bis "Griechischer Wein" von diesem großartigen Künstler, bestens präsentiert von der Musikkapelle Oberwinden, war dann auch der zweite Konzertteil beendet.

Nach einer Polka und dem Marsch "Die Sonne geht auf" bedankte sich der Vorsitzende Michael Moser bei den Buchholzern mit einem Geschenk. Da in Oberwinden trotz Klimawandel noch kein Wein wächst, überreichte er ein Fässchen Bier einer bekannten Elzacher Brauerei. Zum Abschluss mussten alle auf der Bühne nochmals eng zusammenrücken, denn alle Musiker und Musikerinnen spielten gemeinsam das "Badnerlied". Beide Kapellen bekamen für ihre gelungenes, sehr unterhaltsames, abwechslungsreiches Konzert viel Beifall. Aber ein paar mehr Gäste hätten es schon sein können.

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